Schlagwort: Medikamente

Mai 17, 2017 wp_meschede No comments exist

Wie eine Allergie zustande kommt soll hier nicht erklärt werden, vielmehr geht es darum ein Produkt zu finden welches zum Lindern Ihrer Beschwerden am besten geeignet ist. Beschwerden können sein:

  • Juckreiz auf der Haut, der Augen, oder auch speziell des Augenbereiches
  • tränende Augen, verstopfte Nase bzw. „laufende“ Nase, Niesanfälle
  • Nesselsucht (Quaddeln) auf der Haut

Auslassen wollen wir hier Medikamente gegen das allergische Asthma welches in die Behandlung eines Arztes gehört und die schwere anaphylaktische Reaktion auf Nahrungsmittel oder z.B. Bienenstiche.  Vorstellen wollen wir freiverkäufliche Medikamente die zur Linderung der Symptome bei saisonaler Allergie (Heuschnupfen) bestimmt sind. Vorsicht gilt bei der Einnahme mehrerer Medikamente, besonders im Alter. Hier können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten oder verstärkt werden. Cetirizin ist bei diesen Personen Loratadin oder Dimetinden (Fenistil) vorzuziehen. 

 


 

Cromoglicinsäure (z.B. Cromo ratiopharm) als Augentropfen und Nasentropfen kann und soll schon vor Ausbruch der Allergie angewendet werden und  „stabilisiert“ die Zellen welche dadurch weniger allergieauslösende Stoffe (Histamin) bei Kontakt mit Pollen freisetzen sollen.  Im Akutfall ist dieses Mittel jedoch weniger geeignet. Bei einer ausgeprägten Allergie ist es hilfreich dieses Mittel schon vor Saisonbeginn zu nehmen um damit die allergische Reaktion abzuschwächen. Während der Allergiezeit sollten diese auch weiter angewendet werden.

 

  • Augentropfen:

 

Allergodil und Vividrin (Wirkstoff Azelastin) und Livocab (Wirkstoff Levocabastin) sind antiallergische Augentropfen. Zadithen (Wirkstoff Ketotifen)  ist relativ neu auf dem freiverkäuflichen Markt und soll sich durch bessere Verträglichkeit auszeichnen. Zadithen ist zudem schon vorbeugend anzuwenden weil es mehrere Effekte vereint(stabilisierend, antientzündlich, antiallergisch). Die Wirkdauer soll bei Zadithen länger sein und der Wirkeintritt schneller. 

Zusatzinfo Augentropfen:
Oft kommt es zu einem brennen der Augen bei Anwendung der Tropfen. Dies ist meist durch den pH-Wert der Lösung bedingt. Es wird versucht ein Optimum für den Wirkstoff und für die Augen zu erreichen.

Nach dem Eintropfen das Auge am besten eine kurze Zeit geschlossen halten damit der Wirkstoff nicht durchs zwinkern direkt wieder aus dem Auge transportiert wird. Zusätzlich kann man noch mit den Augen „rollen“.

Kontaktlinsen und Augentropfen?
Wir empfehlen Kontaktlinsenträger konservierungsmittelfreie Augentropfen damit es nicht zu einer Verfärbung der Linsen durch das Konservierungsmittel kommt. Bei Tropfen mit Konservierungsmitteln sollten die Linsen erst 15 Minuten nach Eintropfen wieder eingesetzt werden.

 

  • Nasenspray:

 

Seit diesem Jahr gibt es auch neue freiverkäufliche cortisonhaltige Nasensprays mit dem Wirkstoff Mometason (Mometa), auch bekannt vom verschreibungspflichtigen Nasonex. Zusätzlich gibt es die Stoffe Azelastin und Levocabastin, wie bei den Augentropfen, auch als antiallergisches Nasenspray.  Welches Mittel ihre Beschwerden am besten lindert kann man nicht pauschal sagen, es hängt vom Schweregrad der Allergie ab und wie Sie auf ein Mittel ansprechen. Bei besonders starken Beschwerden kann man auch zwei verschiedene Sprays anwenden um sich zwei Effekte zunutze zu machen. Ein Cortisonspray ist jedoch nicht für den Akutfall gedacht, die volle Wirkung kommt erst nach Stunden bzw. Tagen 

Bei einer längeren Anwendung, gerade von Nasensprays mit Konservierungsmitteln, kann es zum Austrocknen der Nasenschleimhaut kommen. Hier helfen Produkte wie z.B. Bepanthen Nasensalbe oder GeloSitin. Auf keinen Fall empfehlen wir die Anwendung von abschwellendem Nasenspray. Dies bringt zwar vielen Patienten zunächst eine Erleichterung ist aber für eine Daueranwendung absolut nicht geeignet!

 

  • Tabletten/Saft  gegen allergische Beschwerden:

 

Die Auswahl ist hier sehr groß, obwohl es nur wenig Wirkstoffe gibt. Dimetinden wie im Fenistil gibt es als Tropfen und als Tabletten. Gerade als Tropfen ist es für seine schnelle Wirkweise (z.B. bei Bienenstichen) zu empfehlen und kann auch für Kinder gut dosiert werden. In der Daueranwendung muss aber auf die sedierende (müde machende) Wirkung geachtet werden. 

Cetirizin (Cetirizin Ratioharm) und Loratadin (Lorano) sind Stoffe die eigentlich keine Nebenwirkungen wie beim Fenistil haben sollten, und doch klagen auch hier Menschen öfters über Müdigkeit nach der Einnahme. Ein Versuch wäre es die Tabletten abends zu nehmen, sollte auch dies nicht zum Erfolg führen ist zu einem  Gespräch mit dem Arzt über ein anderes verschreibungspflichtiges Medikament zu raten. Für Kinder gibt es zur besseren Dosierbarkeit auch Cetirizinsaft. Im Reactine Duo hat man Cetirizin mit Ephedrin kombiniert, so soll der sedierenden Effekt durch ein aufputschendes Mittel verhindert werden. Ephedrin hat zwar auch ein abschwellende Wirkung, diese jedoch nur im Bereich der oberen Atemwege.

Rhinopront enthält auch zusätzlich Pseudoephedrin, hier sollte man aufgrund des aufputschenden Effekts des Ephedrins einen Einnahmezeitpunkt morgens wählen da man sonst evtl. Einschlafprobleme bekommt. Blutdruckpatienten sollten bedenken, dass der Blutdruck in Folge des Ephedrins steigen kann. Ausserdem kann es zu Unruhe und Herzrasen führen.

Für eine Dauereinnahme empfehlen wir keine Präparate mit Ephedrin. 

 


 

Heuschnupfen homöopathisch behandeln

 

  • DHU Heuschnupfenmittel  beinhaltet als Kombinationsmittel 3 verschiedene Inhaltsstoffe. Es wirkt auf die Schleimhäute der Nase, des Rachens und der Nebenhöhlen und reduziert die verstärkte Sekretabsonderung. Juckreiz, Kribbeln, Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut werden gelindert, Niesanfälle seltener, das Gefühl der verstopften Nase beseitigt. Die Dosierungsempfehlung ist bis zu 3x täglich eine Tablette langsam im Mund zergehen lassen.

 

  • Spenglersan Kolloid K ist ein Mittel was u.a. gegen Heuschnupfen eingesetzt wird. Daher sollten vier Wochen vor dem beginnenden Pollenflug jeden zweiten Tag einige Sprühstöße von
    Spenglersan Kolloid K in die Nase gegeben werden. Sobald der Pollenflug begonnen hat, sollte man 5 x täglich 3 Sprühstöße in jedes Nasenloch sprühen und hochziehen. 

 

Beide Mittel sollten schon vor Beginn der Pollensaison genommen werden und ist für einige vielleicht ein Tipp für die nächste Saison.

Aus dem Bereich der Schüssler Salze kann man unterstützend Natrium chloratum, Ferrum phosphoricum und Calcium phosphoricum einnehmen (je 2-5 Tabletten über den Tag).

 

  • Calciumpräparate:

Die Einnahme von Calcium zur Linderung der Allergie hatte früher guten Erfolg. Mit der Entwicklung der Antihistaminika in Tablettenform hat es an Stellenwert verloren. Jedoch zeigt sich in Studien eine Verringerung der Symptome in den Bereichen Sonnenallergie und oberen Atemwegen. Zur Vorbeugung der Sonnenallergie (Mallorca Akne) sollte man allerdings schon mind. 1-2 Woche vor dem Urlaub damit anfangen und im Urlaub auch weiterführen. Hier bitte aufpassen mit der Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten oder einigen Antibiotika bzw. Mitteln gegen Osteoporose.

 


 

Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Arzt oder uns von der Apotheke am Brunnen.

 

Wir wünschen allen einen belastungsfreien Sommer!

 

Dominik Mörchen

Apotheker von der Apotheke am Brunnen